Weide
  ( Salix species )
Familie der Weidengewächse
Weitere Namen
Unterscheidung in die Arten : Purpurweide ( Salix purpurea )
Auch : Bachweide, Bandweide, Braunfelber, Rosenweide, Hägeweide Bruchweide ( Salix fragilis L. )
Auch : Bitterweide, Brastelfelber, Fieberweide, Krack -, Knackweide, Roßweide, Sprockweide, Sprockel -, Spröckelweide,
Sprolweide, Silberweide ( Salix alba )
Verwendet werden:
Im Frühjahr gesammelte Rinde

Pflanzenbeschreibung
Man kennt viele Weidenarten (z.B. Salix alba L.: Silberweide, Salix viminalis L. Korbweide u.a.),
die als Bäume oder Sträucher von sehr unterschiedlicher Größe sein können.
Allen gemein ist, dass sie wegen des hohen Wasserbedarfs bevorzugt auf feuchtem Grund wachsen
und ihre weiblichen und männlichen Blüten als sog. „Weidenkätzchen“ im Frühjahr vor oder mit dem
Austreiben der Blätter erscheinen.
Die Weidenrinde wurde schon im Altertum als fiebersenkendes und schmerzstillendes Mittel geschätzt.
Aus dem Inhaltsstoff wurde vor gut 100 Jahren der allgemein bekannte Wirkstoff Acetylsalicylsäure (Aspirin) entwickelt.

Medizinisch verwendet wird die im Frühjahr gesammelte Rinde junger Zweige.
Der Wirkstoffgehalt kann je nach verwendeter Weidenart stark unterschiedlich sein.
Die Weide ist in Asien und Europa beheimatet.
Eingeführt wird die Droge aus Bulgarien, dem ehemaligen Jugoslawien, Rumänien und Ungarn.


 



Wirkung und Anwendung
Innerlich

* Die Pflanze enthält Salizin ( dieser Stoff ist der Schmerzhemmstoffin z.B. Aspirintabletten )
und wurde verwendet gegen:

- Schmerzen

* Die schmerlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften der Rinde können eingesetzt
werden gegen:

- rheumatische Beschwerden
- Arthritis
- Kopfschmerzen
- Durchfall
- Fieber

Als wirksamer Bestandteil wird das Salicin vermutet, das im Körper wie auch die Acetylsalicylsäure zu Salicylsäure
umgewandelt wird und entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt. Da die Umwandlung des Salicins langsam verläuft,
setzt die Wirkung erst spät ein, hält aber dafür länger an. Daher sind Zubereitungen aus der Weidenrinde nicht zur Behandlung
akuter Schmerzen geeignet, wohl aber für chronischer Schmerzen, wie z.B. Rückenschmerzen.

Äußerlich

* Eignet sich für stärkende Bäder

* Der Absud als Mund – und Heilwasser


Teezubereitung und Dosierung
Etwa 1/2 Teelöffel Weidenrinde wird mit ca. 150 ml Wasser kalt angesetzt,
kurz zum Sieden erhitzt und nach 5 Minuten abgeseiht.
3 bis 5 mal täglich eine Tasse Tee trinken.
Hinweis !
Nicht anwenden bei Kindern unter 12 Jahren!

Zur Behandlung fieberhafter Erkältungskrankeiten sollte Weidenrinde auch nicht bei älteren Kindern verwendet werden,
da es wie bei anderen Salicylaten zur Ausbildung des Reye-Syndroms,
einer seltenen aber möglicherweise lebensbedrohlichen Erkrankung, kommen kann.

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Salicylaten oder anderen entzündungshemmenden Schmerzmitteln
sowie bei Asthma oder Neigung zu Allergien!

Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden bei Störungen der Nieren- oder Leberfunktion!

Nicht anwenden bei Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase- Mangel, einer zumindest in Deutschland selten
auftretenden Erbkrankheit!

Im allgemeinen ist die Behandlung mit Weidenrinde auch über längere Zeit gut verträglich.
Empfindliche Personen können jedoch mit Beschwerden im Magen-Darm-Bereich reagieren und selten sind
allergische Reaktionen möglich.
In diesen Fällen sollte die Behandlung sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.

Inhaltsstoffe
Salizin, Gerbstoffe, Aldehyde, Pflanzensäure, Flavonoide

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte

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Geschichte der Pflanze
Die Weide ist ein Wächterbaum, in England und Irland noch häufig an alten Grabstätten zu finden.
Als „europäische Fieberrinde“ war die Pflanze schon Dioskurides bekannt.
In erster Linie wurde die Pflanze als Schmerz- und Fiebermittel verwendet.
Die Rinde wurde für Fußbäder verwendet.
Eine aus der Rinde hergestellte Salbe wurde gegen Warzen und Hühneraugen verwendet.