Schafgarbe
( Achillea millefolium )
Familie der Korbblütler
Weitere Namen
gemeine Schafgarbe, Tausendblatt, Wiesenschafgarbe, Schafrippe, Schafzunge, Bauchwehkraut, Fasankraut,
Gachelkraut, Garbenkraut, Garbenwurz, Gollenkraut, Garwe, Gerwel, Gor, Gotteshand, Grensing, Grillenkraut,
Gritblom, Hasenschartele, Heil aller Schäden, Herrgottsruckenkraut, reine Jase, Kachelkraut, Kachel, Karwekraut,
Katzenkraut, Katzenschwanz, Katzenzahl, Källke, Lämmlizunge, Margaretenkraut, Poorblöme, Relck, Releke, Relik,
Relitz, Rels, Rippel, Rötlich, Rolek, Rolei, Rülkers, Rulk, Schabab, Schabgarbe, Schnitzelqueck, Schelkraut, Tausendblatt
Verwendet werden:
Blätter und Blüten

Pflanzenbeschreibung
Die bis zu 1,5 m hohe, in Europa heimische Pflanze kommt in vielen Unterarten vor.
Medizinisch verwendet werden die Blüten oder das Kraut.
Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete entsprechen weitgehend denen der Kamille.

Die Schafgarbe ist in Europa, Nordasien und Nordamerika beheimatet.
Die Droge wächst wild und wird in Kulturen gezüchtet.
Hauptlieferländer sind die südost- und osteuropäischen Länder. Teilweise auch Deutschland.




Wirkung und Anwendung
Innerlich

* Schafgarbe wirkt:
- entzündungshemmend
- antiseptisch
- krampflösend
- kreislaufverbessernd
- auf die Blutbildung
- erhöht die Widerstandskraft
- macht weniger Anfällig gegen Krankheiten

* Schafgarbe wirkt gegen:
- krampfartigen Magen- Darm und Gallestörungen
- Blähungen
- Magen- und Bauchschmerzen
- Sodbrennen
- Menstruationsstörungen
- Migräne
- Schwindel und Kreislaufstörungen
- Übelkeit
- Erkältungskrankheiten
- Rücken- und rheumatischen Beschwerden
- Appetitlosigkeit
- auch bei Angina pectoris zu empfehlen
- reguliert die Monatsblutungen der Frau
- altersbedingte Beschwerden
- Beschwerden, die durch die Wechseljahre ausgelöst werden
- Nervenentzündungen
- Schmerzen

Äußerlich
* Als Auflage oder Umschlag bei:
- Entzündungen der Haut
- Geschwüren
- schlecht heilenden Wunden
- Hautentzündungen
- bei wunden Brustwarzen stillender Mütter
- äußerliche Wunden und Schäden der Haut
Teezubereitung und Dosierung
2 Teelöffel Schafgarbenkraut mit ca. 150 ml heißem Wasser übergießen
und 10 Minuten bedeckt ziehen lassen, dann abseihen.
3 bis 4 mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee warm zwischen den Mahlzeiten trinken.
Hinweis !
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern
(z.B. Arnika, Kamillenblüten oder Ringelblumen)!

Vor allem die äußerliche Anwendung kann bei bestimmten Personen zu allergischen Hautreaktionen
(juckende, entzündliche Hautveränderungen, Bläschenbildung) führen.

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind ansonsten keine Nebenwirkungen oder Risiken zu erwarten.

Inhaltsstoffe
0,2 - 1 % ätherische öle, Polyine, Pflanzensäuren, Flavonoide, Bitterstoffe, Triterpene, Kumarine, Gerbstoffe,
Sesquiterpenalkohole, ein Protein-Kohlehydratkomplex

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte

Schafgarbentinktur :

Eine Flasche wird mit Schafgarbenblüten gefüllt.
Die Flasche wird mit 40 % igem Korn aufgefüllt.
14 Tage in der Sonne oder in der Nähe einer Wärmequelle stehen lassen.


Schafgarbensalbe :

90 g Butter oder Schweineschmalz erhitzen, 15 g zerkleinerte, frische Blüten hinzugeben.
Zusätzlich noch 15 g kleingehackte Himbeerblätter hinzugeben.
Das Ganze auf dem Herd einmal richtig durchbraten lassen ( kurz ! ) und über Nacht stehen lassen.
Am folgenden Tag noch einmal etwas erwärmen und durch ein engmaschiges Tuch pressen.
In saubere, verschließbare Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Für ein Sitzbad nimmt man: 100 - 150 g Schafgarbe
aufkochen, über Nacht stehen lassen und am nächsten
Tag wieder aufkochen und dem Bad zugeben.

Geschichte der Pflanze
Dioskurides beschrieb die Pflanze bereits gegen Blutflüsse und Wunden.
Der Sage nach soll der griechische Held Achilles die Heilwirkung der Pflanze entdeckt und angewendet haben.
Im Mittelalter war die Schafgarbe ein Mittel gegen Schwindsucht, Pest, Zahnschmerzen, Weißfluß,
Menstruationsunregelmäßigkeiten, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und als blutstillendes Mittel.