Löwenzahn
( Taraxacum officinale )
Familie der Korbblütler
Weitere Namen
Augenwurz, Pfaffenröhrlein, Kuhblume, Kettenblume, Kettenstock, Mönchsblattern, Mönchskopf, Mistfink, Laterne,
Saublume, Pumperblümchen, Pusteblume, gemeiner Löwenzahn, Hundeblume, Bettseicher, Schmalzblümlein, Lichtli,
Milchblume. Große Ankenblume, Eierbusch, Feldblume, geel Dickkopp, Habichtkraut, Hundszunge, Judenblume,
Jungeblume, Kettenblume, Kettenröhrlein, Knaben -, Köst -, Krötenblume, Kuhbuschen, Laterne, Luchten, Lusblom,
Märzenblume, geele Maienblume, Milchblume, Milchdistel, Milchrödel, Mistfinke, Mönchsblume, Mönchsplatte, Mönchskopf,
Pardeblome, Pfaffenblume, Pompelblume, Popen -, Pud -, Pust -, Ringelstock, Ringeze, Röhrlkraut, Rossblume, Säustock,
Saublume, Saumelke, Saurüssel, Scheerkraut, Schmalzblume, Schweineblume, Schweinestöckl, Sommerdorn, Sonnenwurzel,
wilde Wegluge, Wihenschwanz,
Verwendet werden:
die Wurzel, aber nach belieben auch Blätter und Blüten.

Pflanzenbeschreibung
Der Löwenzahn ist auf der ganzen nördlichen Erdhalbkugel mit vielen Unterarten und Varietäten weit verbreitet.
Medizinisch verwendet werden das zur Blütezeit gesammelte Kraut und die Wurzel.
Die jungen frischen Blätter kann man auch als Salat oder Suppen zubereiten.

Der Löwenzahn ist mit vielen Unterarten und Varietäten auf der gesamten nördlichen Halbkugel heimisch.
Importiert wird die Droge hauptsächlich aus Ungarn, Polen, Bulgarien und der dem ehemaligen Jugoslawien.




Wirkung und Anwendung
Innerlich

* Tee aus den getrockneten Blättern wirkt:
- schleimlösend
- reinigend
- schweißtreibend und kräftigend
- scheidet ungesunde Säfte aus und reinigt die Nieren ( je 1 Tasse morgens und abends )
- regt Leber-, Nieren- und Galletätigkeit an
- Stoffwechselanregend

* Als vorzügliches Blutreinigungsmittel bei:
- Leberleiden
- Gelbsucht
- Verstopfung und Darmträgheit
- Gicht
- Rheuma
- Appetitlosigkeit
- Alterserscheinungen
- Nierenerkrankungen
- Hautekzemen
- Krampfadern und Hämorrhoiden
- Akne
- Fieber
- Schlaflosigkeit

* Frisch gepreßter Saft ( Blätter u. Wurzel ) ist am wirkungsvollsten bei:
- chronischer Leberentzündung
- Hautjucken
- Flechten
- Gallenleiden

* Gute Erfolge kann man auch bei Fettsucht, Hautkrankheiten, Drüsenschwellungen.

* Nach dem essen getrunken unterstützt der Tee die Verdauungstätigkeit.

Äußerlich
* Maori kauen die Blätter zur Stärkung des Zahnschmelzes
Teezubereitung und Dosierung
1 bis 2 Teelöffel Löwenzahnkraut mit Wurzel werden mit ca. 150 ml Wasser kurz aufgekocht
und nach etwa 15 Minuten abgeseiht.
Morgens und Abends 1 Tasse frisch zubereiteten Tee trinken.

Anwendungsdauer:

Zubereitungen aus Löwenzahn sollten kurmäßig über 4 bis 6 Wochen angewendet werden.

Hinweis !
Durch die Förderung der Magen- und Gallensekretion können bei empfindlichen Personen Magenbeschwerden ausgelöst werden.

Der Milchsaft (vor allem im Stengel der frischen Pflanze enthalten) kann in seltenen Fällen zu Allergien führen.

Bei Gallensteinleiden ist vor Anwendung die Rücksprache mit dem Arzt erforderlich!
Ein Verschluss der Gallenwege oder Darmverschluss (Ileus) sowie bei bakteriellen Gallenblasenentzündungen
(Gallenblasenempyem) verbietet sich die Verwendung von Löwenzahn wegen der möglichen Auslösung von Koliken.

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Risiken oder Nebenwirkungen bekannt.

Inhaltsstoffe
Bitterstoffe ( Tetrahydroridentin B und Taraxinverbindungen ), Triterpene, Sterole, Fruktose, Inulin,
einen relativ hohen Anteil an Kaliumsalzen, die Vitamine C und B²

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte
Löwenzahn ist sehr reich an Vitaminen und Eisen und daher auch ein hochwertiges Nahrungsmittel.

Löwenzahnwein :


1 Flasche guter, nicht zu trockener Weißwein 1 Handvoll zerkleinerter frischer Löwenzahnblüten und - blätter
1 eine kleine Handvoll Pfefferminzblätter 2 Essl. Zucker oder Honig.
Alle Zutaten in eine Flasche geben und gut miteinander verschütteln.
Mindestens 1 Woche ziehen lassen, dann abseihen.
Regt die Nieren - und Lebertätigkeit an.
Geschichte der Pflanze
Löwenzahn soll übersinnliche Wahrnehmungsfähigkeiten verstärken.
In der Vollmondnacht sollen sich Wünsche erfüllen, wenn man die Pusteblume pflückt, die heiligen Richtungen anruft
und den Wunsch, mit der Fiedern der Pusteblume, in die Luft bläst.
Berits im Mittelalter wurden Leberleiden mit der Pflanze behandelt.
Ein Stück der Wurzel kann als Amulett getragen werden.
Friedrich der Große gebrauchte den Löwenzahn in der Brustwassersucht über längere Zeit und befand sich gut dabei.
Ob der Löwenzahn schon in der Antike verwendet worden ist, lässt sich nicht genau erforschen.
Mittelalterliche Autoren nennen die Pflanze auch nicht.
Die Pflanze wird erst in den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts erwähnt, was aber nicht heiß, das er vorher nicht
angewendet wurde, das Wissen über die Pflanze wird bei den Kräuterkundigen dieser Zeit gesammelt worden sein.
Die Anwendungsgebiete unterscheiden sich nicht von den oben angegebenen.