Lavendel
( Lavandula angustifolia )
Familie der Lippenblütler
Weitere Namen
Spiker, Balsam, Fanda, Hirnkraut, Nervenkräutlein, Schwindelkraut, Zitterblümchen, echter Lavendel, Lawendel,
Lavander, Fander, Fanderli, Flander, Flanderli,
Verwendet werden:
Blüten und Blätter

Pflanzenbeschreibung
Die im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze wird vor allem in Südfrankreich kultiviert, wo man im Juli und August weite Felder der
violett blühenden, charakteristisch duftenden Sträucher bewundern kann.
Der bis zu 60 cm hoch wachsende, winterharte Lavendel wird auch bei uns in den Gärten als Zierpflanze geschätzt.
Der Lavendel ist im Mittelmeer beheimatet. Die Droge wird aus Frankreich, Spanien und Südosteuropa importiert.




Wirkung und Anwendung
Innerlich

* Lavendel wirkt:
- krampflösend
- blähungstreibend
- harntreibend
- beruhigend

* Innerlich eingenommen helfen Lavendelblüten bei:
- bei nervös bedingten Unruhezuständen
- Migräne
- nervöser Erregung
- Schwindel
- nervösen Magen- und Darmstörungen
- Oberbauchbeschwerden
- Roemheld-Syndrom, ( das gekennzeichnet ist durch Blähungen im Oberbauch und damit auch
Herz-Kreislaufbeschwerden hervorrufen kann )
- Übelkeit und Erbrechen

* Lavendelöl wirkt bei:
- Verdauungsbeschwerden
- Verdauungsstörungen ( die durch Keime im Darm verursacht worden sind )

* Eine Kombination mit anderen sedativ und blähungstreibend wirkenden Pflanzen kann sinnvoll sein.

*Weiter genannt sind Anwendungsmöglichkeiten gegen Schwermut und Depressionen
und bei allen extremen Gemütszuständen wie z.B. starker Trauer.

Äußerlich

* Wegen seiner antiseptischen Wirkung wird Lavendel gerne in Heilsalben verwendet

* Essig aus Lavendelblüten und Rosenblüten ist ein gutes Einreibemittel gegen Kopfschmerzen

* Lavendelöl wirkt als Einreibemittel bei :
( auch gemischt mit Wacholder- oder Terpentinöl )
- Rheumatismus
- Gliederschmerzen.

* Lavendel ist ein beliebter Zusatz für Fußbäder und hilft bei Verstauchungen

* Lavendel in Branntwein eingelegt sind ein gutes Einreibemittel gegen schmerzende Glieder

Teezubereitung und Dosierung
Tee:

1 bis 2 Teelöffel Lavendelblüten werden mit ca. 150 ml heißem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht.
Mehrmals täglich, besonders am Abend vor dem Schlafengehen eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken.

Lavendelöl:

1 bis 4 Tropfen z.B. auf einem Stück Würfelzucker einnehmen.

Badetherapie:

20g bis 100g Lavendelblüten werden mit 2 l Wasser kurz aufgekocht,
nach 10 Minuten gibt man das abgeseihte Konzentrat in 20 l Wasser.

Hinweis !
Lavendelöl kann in seltenen Fällen Allergien auslösen.

Bei bestimmungsgemäßen Gebrauch sind keine Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen bekannt.

Inhaltsstoffe
3 % ätherisches Öl ( Lavendelöl ), Zineol und Kampfer, Gerbstoffe, Kumarinverbindungen, Flavonoide

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte
Weißwein mit Lavendelblüten vermischt und mit etwas Rosenessig versetzt,
14 Tage ziehen lassen, ist ein hervorragendes Mittel gegen Depressionen.

Lavendel kann als Duftstoff verräuchert werden.
Geschichte der Pflanze
Lavendel wird als Gabe für die Götter in die Mittsommerfeuer eingestreut.
Als Bestandteil von Liebestränken soll Lavendel Männer anziehen.
Lavendel im Haus bringt Frieden, Freude und Heilung. Hildegard von Bingen führte bereits eine Pflanze Lavendula auf,
die Nutzung der Pflanze geht aber mit Sicherheit noch weiter in der Geschichte zurück.
Wegen des aromatischen Duftes wurde die Pflanze bald zu einem Bestandteil der Bauerngärten.
Sie wurde wirkungsvoll als Mottenpulver verwendet.
Die Anwendung als Räuchermittel war auch sehr früh bekannt.