Fenchel
 ( Foeniculum vulgare )
Familie der Doldengeächse
Weitere Namen
Brotsamen, Fenikel, Fenis, Fenkel, Frauenfenkel, Bitterfenchel, Wilder Fenchel, Fenikl, Fenköl, Finchel, Frauenfenchel.
Verwendet werden:
die Samen

Pflanzenbeschreibung
Die Pflanze wird 80 - 160 cm hoch , die Pflanze hat Dunkelrote Blätter, kleine goldgelbe Blüte
Allgemein bekannt ist der Fenchel als Gemüse und Gewürz, arzneilich verwendet werden die Fenchelfrüchte.
Ursprünglich war der Fenchel im Mittelmeergebiet beheimatet.
Allerdings findet man die Pflanze mittlerweile auch in Europa, Asien und in Teilen Südamerikas und in Afrika.
Drogenimporte kommen aus China, Rußland, Bulgarien, Ungarn und Ägypten.



Wirkung und Anwendung
Innerlich

* Die günstige Wirkung des Fenchels auf die Verdauung insbesondere bei Blähungen gilt als gesichert.

* ausserdem wirkt es bei:
- Husten
- Verschleimung
- Erkältung
- bei allen Problemen der Atemwege
- Keuchhusten
- Koliken
- als leichtes Beruhigungsmittel
- Leber- und Gallenleiden


* Der Tee aus den Fenchelsamen reinigt Blut, Leber, Milz und Galle.

* Fenchel ist ein hervorragendes Mittel zur Anregung der Milchbildung bei stillenden Frauen.

* Wird genannt als Mittel gegen Verlassenheit, innerer Unruhe, mangelndem Selbstbewußtsein, innerer Schwäche.

* Fenchelabkochungen werden bei Kinderkrankheiten angewendet hier : Krämpfe, Husten, Blähungen.

Äußerlich
* Gemüsefenchel glättet und stärkt Haut und Haar
Teezubereitung und Dosierung
Tee:

1 - 3 Teelöffel Fenchelfrüchte werden zerquetscht, mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht.
2 bis 4 mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee warm zwischen den Mahlzeiten trinken.
Tagesdosis: 5 g bis 7 g Droge

Fertigpräparate:

Tagesdosis entsprechend 8 - 12 g Droge


Fenchelhonig:

Tagesdosis 10 g bis 20 g

Hinweis !
Selten sind allergische Reaktionen auf Fenchel bekannt geworden. Personen mit Sellerieallergie können auch auf Fenchel reagieren.

Zubereitungen mit einem hohen Gehalt an ätherischen Öl (z.B. reines Fenchelöl) können vor allem nach
längerer Lagerung eine östrogenartige Wirkung entfalten. Daher sollten solche Mittel nicht während der
Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Kleinkindern und Säuglingen verwendet werden.
Reines Fenchelöl kann auch bei Säuglingen und Kleinkindern akute Atemnot und Erregungszustände hervorrufen.
Die Anwendung von Tee, Fenchelhonig oder Präparaten mit ähnlich niedrigem Gehalt an ätherischen Öl ist jedoch unbedenklich.

Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche dauern oder immer wieder kehren, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich.

Inhaltsstoffe
4% ätherisches Öl ( besteht zu 50 - 70 % aus Trans-anethol und etwas Fenchon ), Methychavikol, Anisaldehyd,
Terpenkohlenwasserstoffe, fettes Öl, Proteine, Flavonoide, Zucker, Schleim.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte

Fenchelhonig :
Mischung aus Fenchelsirup und Bienenhonig .
Das Mischungsverhältnis 1 : 1 , man kann auch noch Fenchelöl zufügen.

Fenchelsirup :
50 g. zerquetschte Fenchelsamen werden mit 25 g. Weingeist angesetzt und mit ¼ Liter Wasser übergossen.
Diese Mischung 24 Stunden bei Zimmertemperatur ansetzen.
Anschließend abgießen und auspressen.
Aus 200 g. der Lösung und 300 g. Zucker wird dann der Sirup gekocht.
Geschichte der Pflanze
Wahrscheinlich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum. Bereits Dioskurides beschrieb die Pflanze sehr ausführlich,
er nannte sie Marathon. Die Römer brachte die Pflanze über die Alpen und führten sie im europäischem Raum ein.
Der römische Name Foenicolum wurde in der ersten Zeit übernommen. 816 n- Chr. war die Pflanze bereits im
St. Gallener Klosterplan verzeichnet. Aufgeführt in der "Physika" der Hildegard von Bingen.
Im 16 Jahrhundert war die Pflanze bereits in vielen Gärten zu finden und weit verbreitet. Danach nahem die Pflanze auch ihren Weg als Würzmittel für Backwaren.