Erdrauch
 ( Fumaria officinalis )
Familie der Erdrauchgewächse
Weitere Namen
Erdgalle, Erdrautenkraut, Feldraute, Finsterkraut, Grindkraut, Krätzenheilkraut,
Krätzenkerbelkraut, Krätzekraut, Taubenkopf, wildes Weinkraut, Ackerraute, gemeiner Erdrauch, Alpraute, Alprauch,
Blutkraut, Erdraute, Feldraute, Fimstert, faule Gret, Grindkraut, Herdrauch, Katzenkerbel, Katzenklauen, Krätzheil,
Lewkenkraut, Nonnenrö, Nonnenkraut, Taubenkerbel, Taubenkropf, wildes Weinkraut
Verwendet werden:
das Kraut

Pflanzenbeschreibung
Der Name Erdrauch soll darauf zurückzuführen sein, dass die wie angeräuchert erscheinenden grau-grünen Blätter
aus der Ferne wie Rauch erscheinen. Die 10 bis 50 cm hoch wachsende Pflanze ist in Europa und Asien verbreitet und
wächst auf Ödland oder an Wegrändern. Die in dichten Trauben sitzenden Blüten sind purpurrot bis rosa, an der Spitze
und innen dunkelrot bis schwarz gefärbt.
Die kleinen Früchte erscheinen schon während der Blütezeit im Sommer.

Medizinisch verwendet werden die während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile.
Der Erdrauch ist in Europa und Asien beheimatet. Eingeführt wird die Droge aus Osteuropa.


 



Wirkung und Anwendung
Innerlich

* Erdrauch wirkt im Frühjahr als Frühjahrkur ( 20 g pro Liter Wasser, 3 Tassen pro Tag trinken ):
- auflösend
- stärkend
- treibt schlechte Säfte aus dem Körper

* Zu empfehlen auch bei:
- Melancholie
- Leber- und Milzerkrankungen
- Milchschorf der Kinder
- Gelbsucht
- Leber und Herzleiden
- chronischer Verschleimung
- Hämorrhoiden
- Magen- und Leberproblemen

* Wirkt leicht abführend und harntreibend.

* Gegen Depressionen sollte der Tee kalt getrunken werden.

* Für die in der Volksmedizin genannte Wirksamkeit bei Hauterkrankungen gibt es keine Belege,
so dass diese Verwendung nicht empfohlen werden kann.

Äußerlich
uninteressant
Teezubereitung und Dosierung
1 bis 2 Teelöffel Erdrauchkraut werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht.
Den noch warmen Tee eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken.
Hinweis !
Man sollte den Tee nicht stärker machen als 2 g. auf eine Tasse machen.
Nach 6 Tagen ist immer ein Unterbrechung der Behandlung die Regel. Nicht in höheren Dosen oder über längere Zeit anwenden!
Die Aufnahme größerer Mengen an Alkaloiden kann zu Vergiftungserscheinungen führen!

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden, da hierzu ungenügend Informationen über die Sicherheit vorliegen!

Auch sollte man die Tagesdosis über den Tag verteilen und immer nur schluckweise nehmen, damit schädliche Nebenwirkungen nicht auftreten.

Inhaltsstoffe
Alkaloide ( Fumarin ), Bitterstoffe, Schleim, Harz und Flavonoide

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte
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Geschichte der Pflanze
Der Rauch glimmender Erdrauchblätter soll unerwünschte Geister vertreiben.
Eine große Rolle spielt die Pflanze auch im Liebeszauber. Die Pflanze wird bereits bei Dioskurides erwähnt.