| Brennessel |
( Urtica dioica)
|
|
| Familie der Brennesselgewächse | ||
| Weitere Namen | ||
| große Brennessel, Hanfnessel, Heiternessel, Estekraut, Tausendnessel, Senznettel und Nettel, Donnernettel, Zingel, Neddel, Große Neddel, Tissel. | ||
|
Verwendet werden:
|
Blätter
|
|
|
|
||
|
Pflanzenbeschreibung
|
||
|
Die Große Brennessel wird 60 cm bis 150 cm hoch
und ist zweihäusig, d.h. eine Pflanze besitzt nur männliche
oder weibliche Blüten. Die kleine Brennessel wird nur 15 cm bis 45 cm hoch und jede Pflanze hat sowohl weibliche als auch männliche Blüten. Verwendet wird meist die Große Brennessel Urtica dioica obwohl die beiden Arten sich kaum in ihren Inhaltsstoffen und Anwendung unterscheiden. Bekannt ist sie auch als Unkraut und schon Kinder lernen früh, den Kontakt mit dieser Pflanze zu vermeiden. Brechen bei Berührung die an den Blättern sitzenden Brennhaare ab, so wird Histamin und Ameisensäure freigesetzt, die das typische Brennen auf der Haut und die Quaddelbildung bewirken. Die Brennessel ist fast weltweit zu finden.
|
||
|
|
||
|
Wirkung und Anwendung
|
||
| Innerlich | ||
|
* Der Tee ist ein Allroundtalent und wirkt : * hilft gegen:
* Vor der z.T. in der Volksmedizin empfohlenen Anwendung als Diabetikertee
muss gewarnt werden, |
||
|
Äußerlich
|
||
|
* Starker Aufguß zum waschen der Haare , bei fettigem
Haar und Schuppen.
* Viele Naturvölker machen auch Umschläge mit dem frischen Kraut gegen Gicht und rheumatische Beschwerden. |
||
|
Teezubereitung und Dosierung
|
||
|
2 Teelöffel Kraut werden mit 150
ml kochendem Wasser übergossen, nach 10 Min abseihen.
|
||
| Hinweis ! | ||
| Auf eine ausreichende Flüssifkeitszufuhr
(keine coffeinhaltigen oder alkoholischen Getränke!) ist zu achten. Nicht anwenden bei Ödemen, die durch Herzschwäche oder Nierenfunktionsstörungen bedingt sind. Nicht wirksam bei Zuckerkrankheit! Bei bestimmungsgemäßen Gebrauch sind keine Nebenwirkungen
bekannt. |
||
Inhaltsstoffe |
||
Chlorophyll, Karotinoide, Gerbstoffe, Triterpene, Pflanzensäuren,
Mineralstoffe In den Brennhaaren : Amine, Azetylcholin, Ameisensäure, Essigsäure, Buttersäure |
||
|
|
||
|
Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte
|
||
|
Räucherung : |
||
|
Geschichte der Pflanze |
||
|
In der Antike als Delikatesse bekannt.
Der Aberglaube nennt die Pflanze Nadel des Satans und die Waldrebe, Clematis, als das Garn dazu. In indianischen Haushalten ist die Pflanze sehr häufig zu finden, weil sie Böses und böse Einflüsse vertreiben soll. Dioskurides setzte die Pflanze im Altertum gegen Verrenkungen, Geschwüre und Drüsenentzündungen ein. In Norwegen wurde die Pflanze in Wasser oder Stutenmilch, mit Zucker, verkocht und wurde Kindern gegen Keuchhusten gegeben. Rumänische Zigeuner verwenden den Tee gegen niedrigen Blutdruck. Indianer verwenden den frischen Saft gegen Schwächezustände. Die Pflanze ist bereits seit dem griechischem Altertum bekannt. Dioskurides empfahl sie gegen krebsartige Geschwüre, Verrenkungen, Drüsenentzündungen und gegen Hundebisse. Die heilige Hildegard von Bingen empfahl die Brennessel als Speise In der Mythologie wird die "brennende" Pflanze zum Schutz vor Hexen und Dämonen gebraucht. Die Brennessel zählt zu den Neunkräutern (neunerlei Kräuter, die neun ist ein Zauberzahl). Wenn man die Neunkräuter zusammen mit neunerlei Holzarten kocht und dann im Schein des abnehmenden Mondes vergräbt, ohne zu sprechen und ohne von jemand beobachtet zu werden, ist man von allen angehexten Leiden geheilt. Die Nessel dient auch dazu Heilungschancen vorauszusagen. Legt man die Brennessel in den Urin des Kranken und bleibt sie dabei Tag und Nacht grün, so wird er bald gesund, schrumpft sie aber ein, so ist jede Hoffnung auf Besserung umsonst. |
||