Beifuß
( Artemisia vulgaris)
Familie der Korbblütler
Weitere Namen
Stabkraut, Gänsekraut, Besenkraut, Himmelsuhr, St. Johanneskraut , Buckel, Geißkraut, Geißbart, Himmelskuh,
wilder Wermut, gemeiner Beifuss. Sonnwendgürtel, Jungfernkraut, Beipes, Bibot, Biwes, Bibs, Biefes, Bifaut, Bifoot,
Wibaut, Buck, Flegenkraut, Sonnwendgürtel, Himmelskehr, Magert, Müggerk, Muggerk, Mugwurz, Schoßmalten,
Weiberkraut, Wisch, Männerkrieg, Machtwurz, Mutter aller Kräuter, Kraut der Venus
Verwendet werden:
Wurzel, Kraut

Pflanzenbeschreibung
Der Beifuß ist eine Staude, deren derber, kantiger Stängel 30 cm bis über 2 m hoch austreiben kann,
im Winter aber abstirbt. Die 5 bis 10 cm langen Laub-blätter sind oberseits dunkelgrün und auf der Unterseite weißfilzig behaart.
Die Blüten sind gelblich oder rotbraun und sind in Rispen angeordnet.
Die Pflanze wächst in ganz Asien, Europa und Nordamerika. Importiert wird die Droge aus Osteuropa.



Wirkung und Anwendung
Innerlich

* Der Tee hilft gegen
- Verdauungsbeschwerden
- Appetitlosigkeit
- dauerndes Erbrechen
- Koliken
- Durchfall

- nervöse Verstimmungen und Schlaflosigkeit
- Schwindel
- Mundgeruch

 

Äußerlich
* Bei müden Beinen und Füßen hilft ein Beifußfußbad

* Ein Aufguss der Blätter wird als Umschlag gegen Bronchitis verwendet.
Teezubereitung und Dosierung
2 Teel. Kraut auf 125ml kochendes Wasser
zugedeckt 5 Min. ziehen lassen.
2-4 Tassen am Tag
Hinweis !
Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
Das ätherische Öl enthält Thujon, das eine stimulierende Wirkung auf den Uterus haben soll.

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Beifuß oder anderen Korbblütengewächsen!
Wie viele Korbblütengewächse kann auch der Beifuß Allergien auslösen (z.B. Sellerie-Beifuß-Karotten-Syndrom).

Inhaltsstoffe
ätherische Öle mit Zinneol und Thujon, Bitterstoffe, Gerbstoff

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte
Beifuß - Tonikum ( Kräftigung von Verdauungsorganen und Magen )

500 ml Wasser 1 kleine Zimtrinde 1 kleines Stück frische Ingwerwurzel 2 Essl.
Frische Beifußblätter Wasser aufkochen, Ingwerwurzel und Zimt ins Wasser geben und 15 Minuten kochen lassen, den Topf nicht abdecken.
Dann die Flüssigkeit abseihen und mit dem entstandenem Absud die Beifußblätter überbrühen. 20 Minuten ziehen lassen.
Nach Geschmack mit Honig süßen.
Dosiert wird 3 x täglich 1 Essl. Zwischen den Mahlzeiten.
Geschichte der Pflanze
Soll Reisende vor Müdigkeit, Sonnenstich wilden Tieren und bösen Geistern schützen.
Vor 60 - 70 000 Jahren verwendeten die Neandertaler auf dem Gebiet des heutigen Irak die Pflanze als Beigabe bei Bestattungen.
Die Druiden der Kelten warfen die Pflanze ins Mittsommernachtsfeuer um Böses und böse Einflüsse zu vernichten.
In der älteren Medizin zur Behandlung von Frauenkrankheiten genutzt. Der lateinische Name leitet sich von der Göttin Artemis, der Beschützerin der Gebärenden, ab. Das Kraut findet Anwendung bei Frauenleiden aller Art.
So hilft es, auf den Nabel gelegt, bei Kindsnöten, doch soll man das Kraut wieder abnehmen sobald das Kind geboren ist da
es sonst großen Schaden bringt. Im Zauberwesen hat der Beifuß aber noch ganz andere Kräfte.
Er treibt, im Haus aufbewahrt, den Teufel in die Flucht.
Beifußwurzeln über der Eingangstür schützen das Haus vor Feuer und Dämonen.
Beifuß ist ein Abwehrzauber gegen das Nestelknüpfen (das einem ein bestimmtes Verhalten aufzwingen will)
und verjagt alle Geister, die Eheleuten schaden wollen.