Baldrian
( Valeriana officinalis )
Familie der Baldriangewächse
Weitere Namen
Hexenkraut, Viehkraut, Theriakwurz, Katzenkraut, Augenwurzel, St. Georgenkraut, Zahnkraut, Spickwurz, Wandwurzel,
Marienwurzel, Dreifuß, Mondkraut, Tollerjan, Katzenwargel, Echter Baldrian, Gemeiner Baldrian, Boldrian, Ballerjan,
Baltes, Bertram, Bullerjan, Katzenwargel, Katzenwurzel, Maria - Magdalenenwurz, Meuten, Balderjan, Viehkraut, Wendwurzel
Verwendet werden:
die Wurzel

Pflanzenbeschreibung
Die 50 cm bis 100 cm hohe Pflanze ist in ganz Europa und den gemäßigten Gebieten Asiens heimisch.
Die hellrosa bis weißen in rispigen Trugdolden angeordneten Blüten besitzen einen angenehmen Geruch,
während der zylinderfömige Wurzelstock, der medizinisch verwendet wird, sehr streng riecht.
Katzen, aber auch Ratten fühlen sich davon sehr angezogen.
Die Baldrianwurzel wird schon seit dem Altertum als Heilmittel geschätzt und wurde im Mittelalter sogar für Zaubereien benutzt.
Heimisch in Europa und Asien. Im nordöstlichen Amerika wird die Droge mittlerweile auch kultiviert.
Die Droge stammt aus Kulturen in England, Osteuropa, Belgien und teilweise aus Deutschland.




Wirkung und Anwendung
Innerlich

* Nervöse Leiden aller Art
- nervösen Herzbeschwerden
- Herzklopfen
- Unruhe
- Angstgefühl und Trübsinn
- nervöse Erschöpfungszustände
- läßt sich gut gegen Streß einsetzen

* Steigert die Konzentrations - und Leistungsfähigkeit
- Migräne
- Schlaflosigkeit
- Kopfschmerzen
- Brechreiz
- Schwächezuständen und allgemeiner Körperschwäche
- auch bei Störungen in den Wechseljahren.

* Die beste Wirkung zeigt Baldrian bei allen kalten Erkrankungen, alle Beschwerden, die mit Hitze verbunden sind können verschlimmert werden.


* Lockert verspannte Muskeln und kann daher gut gegen Muskelkrämpfe und Halsverspannungen eingesetzt werden

Äußerlich
* Als Bad
- beruhigend und schlaffördernd
Teebereitung und Dosierung :

Tee:

1 Teelöffel Baldrianwurzel mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen.
1 - 3 mal täglich und vor dem Schlafengehen eine Tasse trinken.

Äußere Anwendung:

Aufguss von 100 g in 2 l heißem Wasser für ein Vollbad, Zubereitungen entsprechend
Badetemperatur: 34 - 37°C, Badedauer: 10 bis 20 Minuten.

Hinweis !
Bei akuten Beschwerden, die trotz Behandlung länger als eine Woche dauern oder periodisch wiederkehren,
ist eine Rücksprache mit dem Arzt empfehlenswert.

Vollbad:
Allgemein sollten keine Vollbäder bei größeren
Hautverletzungen, unklaren akuten Hauterkrankungen, schweren fieberhaften und infektiösen Erkrankungen,
Herzinsuffizienz oder Hypertonie durchgeführt werden.

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Nebenwirkungen bekannt.
Trotzdem sollten Baldrianzubereitungen nicht während Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden,
da bisher noch keine Erfahrungen über die Unbedenklichkeit vorliegen.

Bei Kindern unter 12 Jahren sollten Baldrianpräparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.

Nach 14 tägiger Anwendung sollte man eine Unterbrechung von mindestens 1 Woche vornehmen.
Nicht über längere Zeit nehmen = Suchtgefahr !!!

Auch führt Baldrian, über längere Zeit angewendet, zu Depressionen.

Inhaltsstoffe
2 % Valepotriate, 0,4 - 0,6 % ätherische Öle des Borneols, Sesquiterpene ( Valerensäure, Valerenal ), geringste Mengen Alkaloide

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte
Tinktur :
1 Teil Wurzeln in 5 Teilen 70% igem Alkohol
8- 10 Tage ansetzen und dann abseihen.
Geschichte der Pflanze
Beim vertreiben unerwünschter Geister konnte Baldrian anstelle von Friedhofsstaub genommen werden.
Soll Teufel, Hexen und böse Geister vertreiben. Im Mittelalter war Baldrian bereits gut bekannt.
Baldrian galt als eines der wichtigsten Mittel zur Bekämpfung der Pest. Baldrian ist ein natürliches Mittel gegen Hexen, Teufel und unreine Geister aller Art:"Baldrian, Dost und Dill - kann die Hex nicht wie sie will".
Baldrian am Himmelfahrtstag gesammelt und über die Tür gehängt, schützt vor Zauberei.
Kränze aus Baldrian über der Tür gehängt mußten beim Öffnen der Türe normalerweise in Bewegung geraten, taten sie dies wider Erwarten nicht, so war klar, daß eine Hexe eingetreten war.
Wenn sich die Milch nicht buttern läßt - ein Streich, den die Hexe gern der Bäuerin spielt - muß die Milch durch einen Kranz von Baldrian gegossen werden.