Anis
  ( Pimpinella anisum )
Familie der Doldengewächse
Weitere Namen
Süßer Kümmel, Kleiner Anis, Enis, Enes, Einis, Jenes, römischer Fenchel
Verwendet werden:
Die Früchte

Pflanzenbeschreibung
Der Anis ist eine 30 bis 50 cm hochwachsende, einjährige Pflanze und besitzt einen süßlichen Geschmack und einen charakteristischen Geruch. Medizinisch verwendet werden die getrockneten Früchte, aber auch in der Lebensmittel- und Likörindustrie wird der Anis zur Aromatisierung verwendet. Das Kraut verbreitet einen angenehmen Duft.
Die Heimat der Droge vermutet man im Nahen Osten.
Der Anbau findet heute vor allem in Südeuropa, der Türkei, China, Indien, Mittelasien, Mittel- und Südamerika sowie in Japan statt.


 


Wirkung und Anwendung
Innerlich
* Anistee wirkt auf den Verdauungsapparat

- appetitanregend
- magenwärmend
- bei krampfartigen Magenkoliken
- gegen Blähungen
- Magenschwäche
- Das Anisöl reinigt, stärkt den Magen

* Bei Erkrankungen der Luftwege

- Katarrhe der Luftwege und Bronchien
- Husten
- Lungenerkrankungen
- schleimlösend
- beruhigend

* Hilft gegen Schlaflosigkeit, Hysterie, nervösen Störungen, nervöse Spannungszuständen
Äußerlich

* Nicht äußerlich anwenden!

Anisöl enthält Bergapten, das in Verbindung mit Sonnenlicht zu Dermatosen führen kann.
Außerdem ist die Sicherheit bei äußerlicher Anwendung unklar.

Teezubereitung und Dosierung

Ein halber Teelöffel (etwa 1.5 g) getrocknete Anisfrüchte werden kurz vor der Teebreitung zerstoßen
und mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergossen.
Den Sud lässt man zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen und gibt ihn durch ein Teesieb.
Bei Erkrankungen der Atemwege trinkt man jeweils abends und morgens eine Tasse frisch bereiteten Tee.
Bei Verdauungsbeschwerden nimmt man mehrmals täglich einen Esslöffel (Kinder einen Teelöffel) ein.

 

Hinweis !
Nicht anwenden bei bekannter Empfindlichkeit gegenüber Anis, Anethol oder anderer Doldengewächse
(Gewürz-, Beifuß-, Sellerie-, Karottenallergie)!

Anis kann gelegentlich zu allergischen Reaktionen der Haut und des Magen-Darm-Traktes führen.


Während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht in höheren Dosen anwenden!
Es ist nicht auszuschließen, dass sich aus dem Anethol Verbindungen bilden, die östrogenartige Wirkungen entfalten.

Bei akuten Beschwerden, die über eine Woche anhalten oder immer wieder auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Das ätherische Öl nicht unverdünnt einnehmen!
Auch geringe Mengen können Erbrechen, Übelkeit, Krampfanfälle und Lungenödem hervorrufen.

Inhaltsstoffe
5– 6 % ätherisches Öl ( 80 – 90 % ig aus Trans – Anethol ), weitere Bestandteile des Öls ( Methylchavikol, Sesquiterpenkohlenwasserstoffe ), Eiweiße, Fette, Kumarine

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte

Bei Schluckauf kann man auch diesen Tee anwenden.

Anistinktur findet Anwendung bei allen oben angegebenen Krankheiten.

Anistinktur :
30 g. gestoßenen Anis auf 1 Liter Branntwein, 30 g. gestoßenen Fenchel dazugeben, außerdem etwas Zitronenschale.
Das Ganze 14 Tage in der Wärme ziehen lassen und abgießen.

Geschichte der Pflanze
Wurde bereits zur Zeit der Ägypter und Kreter als Gewürz verwendet.
Der griechische Arzt Dioskurides beschrieb, in seiner Arznemittellehre, eine erwärmende, erleichternde, austrocknende Wirkung auf die Atemwege zu. Plinius, der römische Naturforscher, gab Anis seinem Theriak zu. Theriak war einer Mischung unterschiedlichster Substanzen, sie sollte alle Gifte besiegen. Schriften und Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert bezeugen einen Anisanbau im Elsaß zu dieser Zeit.

Anisöl ist eines der ältesten bekannten Öle überhaupt.