Inhaltsstoffe
Auf dieser Seite will ich in Kurzform die typischen
Arten der Inhaltsstoffe von Heilpflanzen beschreiben.
Erklärung: Das Wort "Droge" zu benutzen, ist bei Heilpflanzen völlig normal.
Die Inhaltsstoffe zu kennen ist wichtig bei der Zubereitung der Kräuter.
Ätherische Öle
Nahezu alle wohlriechenden Pflanzen enthalten ätherische Öle.
Diese Öle sind leicht flüchtig und verschwinden bei Verdunstung vollständig.
Es gibt sehr viele unterschiedliche ätherische Öle, die z.T. recht starke Heilwirkung zeigen.
Die ätherischen Öle sind alkohol-lösliche, überwiegend flüssige Pflanzeninhaltsstoffe.
Die Wirkung ist jedoch nach Drogenart verschiede, und bei den einzelnen Pflanzen nachzulesen.
Typische Kräuter: Thymian, Salbei, Lavendel, Fichte
Drogen mit ätherischem Öl dürfen wegen des flüchtigen Öls nicht gekocht werden.
Bei der richtigen Zubereitung werden die zerkleinerten Kräuter mit
kochendem Wasser übergossen, und zugedeckt 5-10 Min. ziehen gelassen.
Der Dunst, der sich am Deckel sammelt muss dem Tee wieder zugeführt werden.
Denn das sind die wichtigsten Stoffe.
Gerbstoffe
Gerbstoffe sind häufig in Wurzeln und Rinden, aber auch in Blättern anzutreffen.
Sie wirken adstringierend, d.h. sie ziehen Schleimhäute und Gewebe zusammen.
Dies hilft bei Geschwüren, Verbrennungen und Entzündungen.
Bei Halsentzündungen ist es sinnvoll mit gerbstoffhaltigen Kräutern zu gurgeln.
Auch bei Hautpilzen können Gerbstoffe hilfreich eingesetzt werden.
Typische Kräuter: Eichenrinde, Brombeerblätter, Frauenmantel, Hamamelisblätter
Bitterstoffe
Bitterstoff ist ein Sammelbegriff für alles was bitter schmeckt.
Die Bitterstoffe regen die Verdauung an und wirken so vorwiegend
im Magen- Darm- Leber- Galle-Bereich.
Diese bittere Wirkung machen sich auch die Magenbitter zunutze,
die gerne nach schwerem Essen getrunken werden.
Typische Kräuter: Enzian, Löwenzahn, Engelwurz, Hopfen, Schafgarbe
Schleimstoffe
Schleimstoffe sind eine Gruppe von unterschiedlichen Stoffen,
die gemeinsam die Eigenschaft haben, im Wasser
aufzuquellen und sich schleimig anzufühlen.
Sie haben eine erweichende, reizmildernde und einhüllende Wirkung,
die sie wertvoll für Entzündungen der Schleimhäute machen.
Mit Schleimmitteln kann man einem Reizhusten, Halsschmerzen,
Magen-Darmkartharren und manchen Wunden begegnen.
Typische Kräuter: Huflattich, Spitzwegerich, Eibisch, Malve, Beinwell
Glykoside
Glykoside sind eine ganze Gruppe von hochwirksamen Stoffen,
deren Gemeinsamkeit bestimmte Zuckerverbindungen sind.
Es gibt hochwirksame (giftige) Glykoside, die auf das Herz wirken (z.B. Fingerhut).
Auch Blausäure und das Salicin (Vorläufer des Aspirins) sind Glykoside.
Weniger starke Glykoside (Saponine, Flavone, Cumarine)
werden weiter unten einzeln beschrieben.
Typische Kräuter: Fingerhut, Maiglöckchen, Weide, Sennesblätter, Faulbaum
Saponine
Das Wort Saponin kommt von Seife.
Entsprechend sind Saponine Stoffe, die seifenähnlich wirken.
Ein besonders saponinreiches Kraut,
das Seifenkraut wurde früher als Seifenersatz verwendet.
In der Heilkunde wirken Saponine schleimhautreizend und
eignen sich daher als Brechmittel oder harntreibend.
Außerdem beschleunigen sie die Aufnahme anderer Wirkstoffe
und sind daher als Beigaben in Mischtees beliebt.
Typische Pflanzen: Seifenkraut, Ringelblume, Linde, Taubnessel, Thymian
Solanine findet man hauptsächlich in den grünen Teilen der Nachtschattenpflanzen.
Sie wirken giftig auf das Verdauungssystem helfen äußerlich jedoch gegen Ekzeme.
Typische Kräuter: Kartoffelgrün, andere Nachtschattengewächse
Flavonoide
Flavone sind gelbe Farbstoffe. Sie wirken teilweise recht unterschiedlich.
Einige unterstützen die Wirkung des Vitamins C,
andere wirken auf Herz, Kreislauf und Leber.
Manche wirken auch harntreibend gefäßerweiternd,
blutdrucksenkend, gerinnungshemmend und galleanregend.
Typische Kräuter: Kerbel, Heidekraut, Hirtentäschel,
Birkenblätter, Holunderblüten, Lindenblüten, Ginster
Cumarin
Cumarine zeichnen sich durch einen bestimmen Geruch aus.
Es riecht ähnlich wie duftendes Heu.
Einige Cumarine haben gerinnungshemmende Wirkung.
Außerdem wirken sie teilweise gegen Insektenfall, z.B. als Mottenkissen
Typische Kräuter: Waldmeister, Steinklee, Lavendel, Labkraut
Alkaloide
Alkaloide sind nahezu die wirksamsten Stoffe im Pflanzenreich.
Es handelt sich hierbei um spezifische Abbauprodukte der jeweiligen Pflanze.
Sie können stark heilsam bis hin zu tödlich giftig sein.
Typische giftige Alkaloide sind: Akonitin (Eisenhut),
Atropin (Tollkirsche), Strychnin (Brechnuß)
Typische Genußmittel-Alkaloide: Koffein, Nikotin, Teein
Typische medizinische Alkaloide: Kodein, Morphin, Chelidonin
Alkoholische Extrakte, Tinkturen, Ätherische Öle
Wer sich nicht mit der Zubereitung alkoholischer
Extrakte oder ätherischer Öle gut auskennt,
ist gut beraten, diese z.B. in der Apotheke zu erwerben.
Die Anwendung und Dosierung sollte sich dabei
nach der dazugehörigen Packungsbeilage richten.
Bei ätherischen Ölen sollte man zwischen den Duftölen
und für medizinische Zwecke geeigneten Ölen unterscheiden.
Oelauszug
Ernte die Blüten oder Kräuter, aus denen Du einen Oelauszug herstellen willst.
Die Blüten oder Blätter werden nun in ein Glas mit genügend
großer Öffnung geschichtet, mit einem guten Pflanzenöl
(Mandelöl, Olivenöl, Dieselöl oder auch Sonnenblumenöl)
bedeckt in die Sonne gestellt.
Ich nehme zu diesem Zweck gerne große Schraubgläser, die sich sehr gut eignen.
Achte darauf, das Du den Deckel nicht zu fest zuschraubst,
sonst könnte das Glas zerspringen, wenn Du es in der prallen Sonne stehen lässt.
Je nach Sonnenschein das Öl eine oder mehrere Wochen stehen lassen,
bevor Du es durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter siebst und in dunkle Flaschen abfüllst.
Bei dieser Methode wird das Öl von Sonne und Mond beschienen
und vereint diese beiden Einflüsse in sich.
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