Wissen der alten und der neuen Welt


Informationen über Hexen

 

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

 


Definition des Wortes Hexe

Der Begriff ist mit vielen, falschen Vorstellungen verbunden. Das Wort "Hexe" wird oft als Schimpfwort verwendet, was sich beim näheren Hinsehen jedoch als völliger Quatsch erweist.

In der allgemeinen Vorstellung ist eine Hexe ein weibliches Wesen, das mit magischen, schädigenden Kräften ausgestattet ist. Sie erscheinen in Märchen und Sagen meist als hässliche Gestalten mit bößem Blick. Den Hexen wurden Giftmischerei, Zaubertränke sowie Wetterbeeinflussung nachgesagt. Auch im heutigen Glauben wird eine Hexe immer mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Hexen huldigen nicht Satan. Satan ist ein Teil der Christlichen und Islamischen Religion. Ich persönlich glaube an keine Götter, ganz gleich welche auch existieren mögen. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und ich glaube daß jeder Mensch einmal für seine Taten belohnt wird oder dafür bezahlen muß, und zur Verantwortung gezogen wird. Jedoch nicht von einem Gott oder Satan.

Eine Hexe sein heisst nicht, dass man Gegenstände durch die Luft schweben lässt, oder aus Glaskuglen die Zukunft vorhersagt. Gut das verhexen oder verzaubern gelingt ab und zu :o)

Hexen waren und sind Menschen, die ihren eigenen Kopf haben und sich nicht gerne zu sehr "kontrollieren" lassen. Diese Unkontrollierbarkeit, waren den Machthabern des Staates selbstverständlich ein Dorn im Auge, was auch die irrsinnige Hexenverfolgung unserer Vorzeit ausgelöst hat.

 

Was sind Hexen ?

Alte gramgebeugte Frauen mit einem Buckel und einer großen Nase die eine Warze ziert?
So, wie wir sie aus den Märchenbüchern kennen, alt und böse? Die Hexe, die Buhlerin des Teufels?

Nein, Hexen sind Frauen, Männer und auch bereits Kinder die im alten Glauben leben. Sie achten die Natur, sie sammeln Heilkräuter für Tees ,Heilsalben und Räucherungen. Es sind sehr liebe Leute, die den Menschen helfen wo immer sie können. Eine Hexe heilt, sie schadet nicht!!!

Hexe zu sein bedeutet:
Geduld zu haben mit dem anders sein, anders als erwartet.
Sei offen mit Dir, ohne wenn und aber!
Nimm Dich wahr, ohne Wertung!
Lebe nicht das Leben, das war oder sein wird, sei in
jetzt!!! Hab Geduld mit Dir!!! Wer mit sich selbst
Geduld hat, hat auch Geduld mit anderen!!!
Meide die Menschen unter denen Du nicht Du
selbst sein darfst, und Du Dich verstellen musst.
Meide die Orte, an denen Du etwas sein musst,
das Du nicht willst!!! Ich fühle mich wohl unter
Menschen, bei denen ich sein darf wie ich bin!!!
Alles andere wäre Betrug an mir selbst!!!

Was ist eine Hexe? Auf diese Frage gibt es wohl keine 'richtige' Antwort. Jeder definiert diesen Begriff anders, so auch ich und nun möchte ich hier erklären was ich unter einer Hexe verstehe. Zunächst einmal ist für mich der Begriff Hexe für beide Geschlechter anwendbar, also er oder sie ist eine weibliche Hexe oder eine männliche Hexe. Eine Hexe ist ein Mensch, der naturverbunden lebt, sich in der Natur auskennt und sie achtet, das Ziel einer Hexe ist es anderen zu helfen und mit der Natur im Einklang zu leben. Es gibt Hexen die sich in einem Konvent zusammen schließen oder die ihren Weg alleine gehen. Manche Hexen arbeiten viel mit Magie oder führen 'prunkvolle' Rituale aus, andere arbeiten im Stillen und nutzen wenig oder keine Magie. Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten als Hexe zu leben.
Das Hexentum ist keine Religion sondern eine Lebensweise. Niemals mehr soll irgendjemand brennen müssen, egal welchem Glauben er anhängt, welche Hautfarbe er hat oder ob er sich sonst irgendwie von den anderen Menschen unterscheidet. Gleich sind wir und doch alle verschieden. Niemals mehr soll jemand wegen seiner Herkunft verachtet werden. Beurteile jemanden erst wenn du ihn besser kennst, nicht nach Vorurteilen.

 

Die Hexe - auf dem Zaun zweier Welten ?

Hagazussa, die auf dem Zaun reitet. Eine Wurzel für unser heutiges Wort Hexe.
War sie vielleicht die Letzte, die noch den reinen Kontakt zur Natur hatte, in einer Zeit, in der die Zerstörung derselben schon begann ? Kannte sie Geheimnisse, die Wissenschaftler nie erfahren würden ? War sie deshalb von kirchlichen Theologen sowie aufgeklärten Wissenschaftlern verbrannt und später entmündigt worden? Wissen war im Mittelalter ein Privileg der Theologen gewesen. Zur Zeit der Hexenverfolgung machten ihnen zunehmend weltliche Wissenschaftler, die noch selbst zwischen Magie und Naturwissenschaften standen, den so lange behaupteten Anspruch streitig. Daneben gab es noch eine Gruppe, die Wissen besass, das offenbar gefährlich war: Die Kräuterfrauen. Erstens waren sie für die Kirche eine Gefahr, da sie Liebeszauber praktizieren konnten, Abtreibungen vornahmen und oft Zugang zu einer anderen Welt suchten. Zum anderen wurden sie auch von den neuen Wissenschaftlern als Rivalinnen angesehen, die ihre Theorien gefährdet sahen, wenn das Volk weiterhin auf die Kräutermedizin vertraute. Zwar kamen die Menschen damals zu den weisen Frauen, wenn keine andere Möglichkeit mehr blieb. Versagte sie jedoch einmal oder das Ergebnis ihrer Medizin war eine andere als erwartet, war man schnell mit dem Vorwurf "Hexe" zur Hand. Es folgte dann eine Anklage und der Scheiterhaufen.

 

Hexenverfahren und Folter

Die Jahre 1300 - 1782 waren geprägt von Hexenprozessen.
Jedoch war die Zahl der auf dem Scheiterhaufen verbrannten Frauen nicht überall gleich hoch. Nicht alle Regionen wurde die Kirche unterstützt bei ihrem Versuch, sämtliche Ketzerei und Zauberei mit Gewalt zu unterbinden. Im Jahre 643 wurde ein Gesetz erlassen, Hexenverbrennungen für ungesetzlich zu erklären. Hundert Jahre später hiess es sogar, das jeder, der eine Hexe verbrennt, zum Tode verurteilt werden sollte. Wieviele Frauen wurden in der Zeit getöte ? Die Zahlen schwanken zwischen 100.000 und 9 Millionen. Eine genaue Zahl wird es nie geben, die meisten Akten der Prozesse sind vernichtet worden. Und von den Angeklagten sind keine Aufzeichnungen darüber erhalten geblieben. Papst Gregor IX galt als der Vater der Inquisition. 1229 rief er die "Inquisitio Haereticae Pravitatis" ins Leben und beauftragte zwei geistliche Orden, Dominikaner und Franziskaner, um auf eigene Faust nach Ketzern zu forschen. Er billigte erstmals offiziell die Todesstrafe. Papst Innozenz IV liess dann etwas später die Folter als gültiges Beweismittel zu. Dieses Instrument der "Wahrheitsfindung" war schon zuvor angewendet worden, wurde aber jetzt von der Kirche offiziell gebilligt. Zaubereisünden liessen sich aber nicht beweisen, weil ihre Auswirkungen das Nachvollziehbare und damit Beweisbare überschreiten !

Die Hexenjagd konnte sich selbst tragen, weil sie zu einem bedeutenden Gewerbe wurden und das Einkommen vieler sicherte. Der örtliche Adel, Bischöfe, Könige, Richter, Gerichte, Gemeinden. Alle erhielten ihren Anteil an der Beute, die die Inquisitoren aus dem Nachlass ihrer Opfer zusammentrugen. Die Opfer selber hatten sogar den Strick mit dem sie an den Pfahl gebunden und das Holz mit dem sie verbrannt wurden, zu bezahlen. Jeder einzelne Foltergang hatte seine eigene Gebühr. Vergnügungen waren stets Sünde, andere Volksfeste als Kirchenfeste waren teuflisch. Mit den Hexenhinrichtungen entstanden nun neue, makabre Feste. Als Hinrichtungsstätte diente jeder öffentliche Platz, der genug Raum für Neugierige bot. In unmittelbarer Nähe des Scheiterhaufens wurden Lebensmittelstände und Buden aufgebaut, an denen Zuschauer Andenken, Rosenkränze, Heiligenbilder und eigens verfasste Broschüren kaufen konnten. Manchmal wurden mehrere Hexen, zuweilen an die hundert, an einem Tag verbrannt. Den Teufel selbst konnte man nicht verbrennen, wohl aber seine Anhänger. Man machte immer mehr Hexen ausfindig. Die Veranstaltungen hatten eine gefährliche Wirkung auf das Volk: Solange die Verfahren unter geistlicher Leitung stattfanden, konnten die Gläubiger keinen Zweifel an der Richtigkeit jener Hinrichtungen haben.

Deutschlandradio - Buchkritik:
"Hexenwahn. Geschichte einer Verfolgung" von Lyndal Roper
(MP3-1,22MB-5:18 min)

 

Was bedeutet nun eigentlich "Magie"?

Ist es nicht das, was eine Hexe ausmacht?
Dass sie hexen kann?
Dass sie die Dinge willentlich verändert?
Auf Besen durch die Lüfte reitet? Menschen in Kröten verwandelt?
Männer dazu bringt, ihr reihenweise zu verfallen?
Wohl kaum.

Magie ist die Beeinflussung von Materie durch Bewusstsein - oder von Bewusstsein durch Bewusstsein. Diese Beeinflussung geschieht ohne die Zuhilfenahme von das Ziel direkt betreffenden materiellen Handlungen - obwohl solche Handlungen zur endgültigen Erreichung des Ziels notwendig sein können. Der Einsatz von Magie zeichnet aber nicht allein Hexen aus - es gibt die verschiedensten Schulen von Magiern, Alchimisten, Schamanen etc., außerdem bin ich der Meinung dass die meisten Menschen ab und zu unbewusst Magie anwenden. Magie kann z.B. ein Lächeln im richtigen Augenblick sein, das eine Situation komplett verändert. Nur dass eine Hexe sich, wenn sie dies tut, bewusst ist, was sie tut, ein "normaler" Mensch aber nicht. Eine Hexe weiß, dass es neben der Alltagswelt andere Wirklichkeiten gibt, die sie durch verschiedene Übungen und Rituale zu finden versucht. Dabei darf sie sich aller Wege bedienen, die sie für richtig und wichtig hält. Es gibt keine besondere Religion, keine besonderen Techniken, keine besonderen Drogen oder Meditationsübungen, die allen Hexen gemeinsam wären. Aus dem Mittelalter sind Rezepte für Hexensalben und ähnliches überliefert - von denen allerdings nicht klar ist, ob sie wirklich benutzt wurden (die meisten Mischungen, die aus den als Hexen angeklagten herausgefoltert wurden, enthalten so schöne Zutaten wie Kinderfett - so viel zur Glaubwürdigkeit solcher Rezepte).

Da es also keine klare hexische Traditionslinie gibt, die sich bis in frühere Zeiten zurückverfolgen ließe, existieren auch keine Techniken, die speziell für Hexen gelten. Eine moderne Hexe wird normalerweise das Schutzkreisritual in der ein oder anderen Form zelebrieren, aber schon hier gibt es ganz verschiedene Variationen z.B. die Anrufung der Göttin, des Gottes, beider oder keines von beiden betreffend. Die meisten Hexen glauben an die Göttin und den Gott oder nur an die Göttin - in einer ihren vielen Verkleidungen, d.h. aus jedem beliebigen polyatheistischen Götterhimmel übernommen. Das muss aber nicht sein. Viele glauben auch an etwas abstrakteres, den ewigen Kreislauf der Natur,
das Werden und Vergehen - ohne dies in die Gestalt einer speziellen Göttin oder eines speziellen Gottes zu kleiden. Allen Hexen gemeinsam ist die Verehrung der Natur und ihrer zyklischen Abläufe. Dafür ist es wichtig, dem Rad des Jahres und den Phasen des Mondes zu folgen, was gerade für Großstadthexen nicht besonders einfach ist. Außerdem ist es hilfreich, ein Wissen über die heimischen Pflanzen und Tiere anzusammeln, sich mit Heilkräutern und Drogen auszukennen, ein wenig Astrologie zu betreiben... oder auch eben nicht.

Es gibt Leute, die meinen, eine moderne Hexe müsse dasselbe Wissen und dieselben Fähigkeiten wie eine mittelalterliche Kräuterfrau haben. Nun ist es aber so, dass der Kräuterfrau damals weder Internet noch Bibliothek zur Verfügung standen - sie musste daher Dinge selbst beherrschen, die man heutzutage andere für sich erledigen lassen kann, um sich interessanteren Fragen zuzuwenden. Wenn eine Großstadthexe weiß, in welchem Monat man das Heu einfahren sollte, zu welcher Tageszeit die Kühe am besten gemolken werden und an welchen Tagen man unter keinen Umständen Bäume fällen sollte, so ist das sicherlich ein schönes Wissen - aber sofern sie nicht jedes Jahr zwei Monate zum Arbeitseinsatz auf einen Bauernhof fährt, wird es ihr nicht viel nutzen. Wichtiger wäre wohl, dass sie sich Gedanken darüber macht, wie sie positiv auf ihr direktes Umfeld einwirken kann.

Ich würde eine moderne Hexe daher weder über irgendeine Tradition noch über bestimmte Fähigkeiten definieren, sondern über ihre Werte. Wie schon erwähnt, zeichnet sich eine Hexe durch Naturverbundenheit und durch das Erfahren anderer Wirklichkeiten aus. "Naturverbundenheit" bedeutet in diesem Fall nicht, dass Hexen grundsätzlich in Birkenstocks herumlaufen und sich nur von Müsli ernähren. Es geht darum, bewusst zu sehen und zu verstehen, was um einen herum geschieht. Für viele moderne Menschen kann man einen Baum schon fast als "andere Wirklichkeit" bezeichnen - weil sie noch nie in ihrem Leben bewusst einen wahrgenommen haben. Und mit ihren Mitmenschen, denen sie täglich auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn gegenübersitzen, ist es wahrscheinlich genauso - vielleicht haben sie ihnen noch nie bewusst ins Gesicht geschaut. Vielleicht wissen sie nicht einmal genau, welche Jahreszeit gerade herrscht und wann es zuletzt geschneit hat.

Als grundlegende Einstellung, die eine Hexe ausmacht, würde ich daher Bewusstheit nennen: bewusst zu leben bedeutet, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen, sich nicht von Vorurteilen leiten zu lassen, nichts für selbstverständlich zu nehmen und sich seine Meinungen selbst zu bilden. Außerdem bedeutet es natürlich Aufmerksamkeit, Leben im Hier und Jetzt. Diese Einstellung schlägt sich auch in den beiden Grundsätzen der Wiccan Rede nieder (Diese scheint mir in vielen Teilen und frei interpretiert nicht nur für Wiccae, sondern auch für ungebundene Hexen zuzutreffen):

 

Das Ende des Hexenglaubens

Das Ende der Hexenprozesse wurde durch die Aufhebung der Folter eingeleitet. Dadurch fiel ein wichtiger Anlass für die Prozesse fort. Auch die vermehrte Humanität spielte eine wichtige Rolle und die aufklärenden Schriften, die gegen den Aberglauben zu Felde zogen ,ist hier zu nennen. Das Bild der Frau hatte sich nicht grundlegend geändert. Man unterdrückte sie zwar nicht mehr mit dem Vorwurf, eine Hexe zu sein, aber man band sie fest an Haus und Hof . Man sagte, das sei die ureigenste Bestimmung der Frau, weil sie dem Mann unterlegen sei. Die angebliche Minderwertigkeit der Frau ist bis heute ein fester Bestandteil der männlichen Vorstellungswelt. Seit der feministischen Bewegung in den siebziger Jahren, gibt es wieder vermehrt Frauen und Männer die sich für Hexen interessieren. Einen Teil dazu beigetragen haben auch die Bücher von Starhawk. Es gibt heute Frauen, die sich einem Coven anschliessen, sich Hexen nennen. Oder andere, die lieber für sich den alten Weg gehen. Egal ob Wicca, Pagan oder ähnliches.

 

Moderne Hexen

Was bedeutet es eigentlich, wenn sich jemand heutzutage als "Hexe" bezeichnet? Hat das etwas mit den bösen Hexen aus den Märchen zu tun? Mit Sicherheit nicht. Sind das Leute, die gegen Geld wahrsagen und Liebeszauber verkaufen? Nein, das sind meistens Ausbeuter. Sind das Nachfahren derjenigen, die im Mittelalter auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden? In den seltensten Fällen, würde ich sagen. Das Wort "Hexe" ist, wie man sieht, ziemlich vorbelastet. Trotzdem gibt es immer mehr Menschen, die sich mit dieser Bezeichnung identifizieren können. Die meisten damit verbundenen Assoziationen werden aber auf moderne Hexen nicht mehr zutreffen, also: warum nennt sich jemand heutzutage "Hexe"? Das Wort stammt vom mittelhochdeutschen "hagazussa", was meist mit "Zaunreiterin"übersetzt wird. Eine Hexe ist demnach jemand, der auf der Grenze zwischen zwei Welten balanciert und Zugang zu beiden hat: Der diesseitigen, materiellen Welt und dem Jenseits, der Anderswelt. Man darf dieses Bild allerdings nicht zu wörtlich nehmen. Es gibt nicht zwei parallele Welten, die von einen Vorhang getrennt sind, durch den die Hexe zu schauen versucht. Eher ist es so, dass die "Anderswelt" ein anderer Aspekt von "dieser Welt" ist.
Diesen Aspekt nimmt man nicht mit dem normalen Verstand wahr, sondern man muss sich dafür auf eine andere Bewusstseinsstufe begeben. Eine Hexe ist offen für Wahrnehmungen, die andere Menschen nicht haben, sie hat Vorahnungen, Wahrträume, sieht Gespenster.... oder auch nicht. Zunächst einmal: das Wort "übersinnlich" ist irreführend. Wenn manche Leute Dinge erfahren, die andere nicht wahrnehmen können, so liegt das daran, dass diese Menschen gewisse Sinne besser entwickelt haben, die bei den meisten anderen verschüttet sind. Prinzipiell ist es jedoch für jeden erlernbar, diese Sinne zu gebrauchen - natürlich wird es Leute geben, die darin besser sind als andere, es gibt ja auch Leute, die besonders gut sehen oder hören können, während andere eine Brille oder ein Hörgerät brauchen. Wie gut diese Sinne entwickelt sind, hat aber nichts damit zu tun, ob jemand eine Hexe ist, oder nicht.
Hexen achten auf ihren "sechsten Sinn" und entwickeln ihn dadurch weiter. Sie tun Träume, Vorahnungen, innere Stimmen nicht als Humbug ab, sondern gehen bewusst mit ihnen um. Dadurch gewinnen sie ein Verständnis für bestimmte Dinge, welches den meisten Leuten heutzutage abgeht. Die Ausprägung dieser Fähigkeit ist jedoch von Hexe zu Hexe unterschiedlich und es gibt andererseits genug Menschen, die einen sechsten Sinn haben und sich
selbst nicht als "Hexen" bezeichnen.
Eine Hexe, die ihre übersinnlichen Fähigkeiten entwickelt hat, wird ihre Vorahnungen und Einsichten nicht nur in Bezug auf sich selbst, sondern auch auf andere haben. Dies geschieht meistens zunächst ungewollt - viele übersinnlich Begabte, egal ob Hexe oder nicht, haben mit solchen plötzlichen Einsichten zunächst Probleme. Es kann ziemlich traumatisch sein zu erfahren, wie eine böse Vorahnung sich erfüllt - bei den meisten Menschen geht das mit Schuldgefühlen einher. Eine Hexe wird daher versuchen, diese Vorahnungen in den Griff zu bekommen und ihre Fähigkeit gezielt einzusetzen. Daraus ergibt sich, dass einige Hexen hellseherische oder heilerische Kräfte haben...
andere aber auch nicht.

Leider gibt es nicht wenige Zeitgenossen, die sich die allgemeine Esoterikeuphorie zunutze gemacht haben, um als sogenannte "weiße Hexe", "Hellseherin" o.ä. den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Natürlich gibt es auch richtige Hexen, die mit ihrem Können Geld verdienen. Manche sind zwar der Meinung, eine wahre Hexe dürfe niemals Geld verlangen - aber da man sich heutzutage nicht darauf verlassen kann, einen angemessenen Lohn aus freien Stücken zu erhalten, finde ich es legitim,hexische Dienstleistungen in Rechnung zu stellen. Scharlatane erkennt man recht schnell (was nicht heißen muss, dass diese Leute kein Talent haben, sie dürften sich meiner Meinung nach nur nicht "Hexen" nennen). Prahlen sie mit jahrhundertealtem überliefertem Wissen und ihren exklusiven übersinnlichen Fähigkeiten, bezeichnen sie ihre Magie als "weiß", kann man die Zutaten zu von ihnen vorgeschlagenen Ritualen nur
bei ihrem eigenen Versandhandel zu völlig überzogenen Preisen bestellen... so benutzen sie den Namen "Hexe" mit ziemlicher Sicherheit aus Profitgier.

Deutschlandradio: "Moderne Hexen"
(MP3-1,93MB-8.24 min)

Wenn nur jeder die Liebe und Achtung vor den Lebewesen und den Pflanzen in seinem Herzen trägt, haben wir einen grossen Schritt in eine neue Welt gemacht.

nach oben