Wissen der alten und der neuen Welt

Das Heidentum

Das Heidentum gehört zu den ältesten Religionen überhaupt.

In früherer Zeit benannten die Christen, aber auch Juden und Moslems, jeden anders Denkenden als Heiden. Aus christlicher Sicht prägte der Begriff jedoch bald die Angehörigen von Naturvölkern wie Germanen, Kelten oder Wikinger später auch die Eingeborenen Afrikas, Australiens und Südamerikas.
All diese Urvölker verehrten die Geister und Mächte der Natur. Sie glaubten an die unsterbliche Seele aller Lebewesen und die nährenden Kraft von Mutter Erde. Der Begriff »Sünde« war ihnen, zumindest im christlichen Sinne, fremd. Alle diese Völker wurden im Laufe der Zeit entweder missioniert oder ausgerottet. In Europa wurden Anhänger alter Religionen heftig verfolgt. Der traurige Höhepunkt war die Hexenverfolgung. Viele unbeteiligte Bürger und weise Frauen fielen dem Scheiterhaufen zum Opfer. Es waren Kräuterkundige, Heilerinnen und Seherinnen.
Weil die christliche Kirche schon immer jede individuelle – spirituelle Erfahrung nach Möglichkeit als satanisch verurteilte. Erstaunlicher Weise gelang es trotz dieser Verfolgung aber nicht, die Praktiken , Kulte und das Wissen der Heidenzeit völlig auszurotten. Manche Familien vererbten ihr Geheimwissen über Generationen hinweg weiter – bis heute.

Andere mischten »unauffällig« heidnisches Gedankengut in die Christliche Tradition: Der Weihnachtsbaum, die Ostereier, die Heiligenverehrung der Katholiken – nichts von alle dem ist wirklich Christlich, sondern in Wahrheit heidnisch. Von zentraler Bedeutung waren schon immer die Heidnischen Feiertage.
Weil das Volk rein christliche Feiertage kaum angenommen hätte, stülpte die Kirche diese einfach über bestehende heidnische Feste. Das Lichtfest Imbolg (1. Februar) wurde zu Maria Lichtmess. Die Wintersonnenwende Yule zu Weihnachten. Ostara zu Ostern usw. Kirchen und Kapellen errichtete man an den alten Kultplätzen. Es waren Orte der Kraft, deren besondere Schwingungen zum Teil sogar messbar sind.


Die acht Jahrefeste - auch Hainsfeste genannte sind:

 

Imbolg (1. Februar)

(Lichtmess) Das Kerzenfest, welches das nahe Ende des Winters feiert. Das Lichtmessfest scheidet die Zeit der Dunkelheit von der nun beginnenden lichterfüllten Frühlings- und Sommerzeit. Der Ursprung der Bezeichnung "Lichtmess" ist nicht eindeutig überliefert. Zu Imbolc ist das Licht soweit vorangeschritten, dass das Abendbrot bereits bei natürlichem Licht eingenommen werden kann. Endlich endet die Zeit, in der wir morgens im Dunkeln das Haus verlassen und abends im Dunkeln heimkommen. Das Licht hat über die Dunkelheit gesiegt.

Ostara (21. März)

Am Abend des 20. März beginnen wir Ostara zu feiern. Der Hauptfeiertag liegt am 21 März.
Es gibt aber auch jene die an Vollmond nach dem 21 März Ostara feiern. Die Botschaft, die in diesem Fest vermittelt wird, dreht sich um das Wachsen, Gedeihen und Erforschen. Die Frühlings-Tag und Nachtgleiche, das der germanischen Ostara, Göttin der Morgenröte und des Frühlings geweiht ist. Ostara ist natürlich ein uraltes Frühlingsfest.

Zur Frühlings-Tag- und Nachtgleiche beginnen die Hühner Eier zu legen. Der Hase und das Ei als Symbole für die Fruchtbarkeit sind bis heute so dominant, dass kaum ein Kind die sogenannte Ostergeschichte kennt, im Gegensatz zur Weihnachtsgeschichte. Auch die Ostergeschichte nichts anderes als eine Metapher für die Wiedergeburt der Natur, die aus dem Dunklen (der Grabeshöhle) wiedererscheint. An Ostara zündet man herrliche Feuer an, denn die Helligkeit sollten den Winter vertreiben und uns wärmen. Ich habe gelesen, das es früher wohl üblich war das man am Ostara Morgen in den Wald ging, um aus einer Quelle Wasser zu holen und dieses Wasser sollte besonders sein. Genauso soll es sich mit der Asche verhalten, die vom Osterfeuer übrig bleibt.

Beltane (30. April)

auch bekannt als Walpurgisnacht, ist das Fest des Maibaums, der Hochzeit und der Liebe. Es ist die Zeit der Hexen. Beltane gilt als der höchste Feiertag unter den Hexen. Man traf sich aus allen Teilen des Landes, um ein wildes und ekstatisches Fest zu feiern. Den Hexen wurde schon immer sehr viel magisches Wissen, ebenso wie Heilkraft und die Kunst des Orakelns zugesprochen. Dadurch waren sie schon immer den Menschen unheimlich.

Litha (21.Juni)

Die Sommersonnenwende, das Fest des Mitsommers, des Höhepunktes im Jahr. Mittsommer findet zwischen 20. und 23. Juni statt. Nach der Mittsommernacht werden die Tage wieder kürzer, wir gedenken der Vergänglichkeit des Lebens. Meistens werden an diesem Abend große Feuer, sogenannte Sonnwendfeuer entfacht. Sie haben den Zweck den Feiernden zu leuchten und schlechte Geister fernzuhalten. Der Sprung über das Feuer soll Glück bringen. Die Eingangstüren der Häuser werden mit Birkenzweigen, Fenchel, Johanniskraut und weißen Lilien geschmückt. Fünf Pflanzen wird nachgesagt sie hätte in dieser Nacht spezielle magische Wirkung: Die Gartenraute, Rosen, Johanniskraut, Eisenkraut und das Kleeblatt.

Lughnasad / Lammas (8. August)

feiert die kommende Ernte, den ausgehenden Sommer. Fest des Wachstums und der Reife. Es wird vor allem der Ernte gedacht. Bei den Keltenist dieses Fest dem Sonnen- und Himmelsgott Lugh geweiht, deswegen auch der Name Lughnasad.

Mabon - Oktobermond (Ende September)

Die Herbst- Tag und Nachtgleiche leitet die kommende dunkle Jahreszeit ein und bereitet die Reise ins Innere vor. Auch Mabon hat - wie das vorhergehende Lammas am 1. August - den Erntedank zum Thema und wird von den meisten als die letzte Feier des Hexenjahres betrachtet. Ebenso wird im Christentum nun der Erntedank begangen, hierfür wurden so einige Bräuche aus der alten Zeit übernommen.

Samhain (31. Oktober)

Auch als Halloween bekannt.
Der heidnisch/keltische Jahresanfang war der November-Neumond, um den 1.11. Am 31. Oktober wird heute wieder das Sylvester der Hexen - Halloween - gefeiert. Halloween war das ursprüngliche Erntefest. Übersetzt bedeutet es 'all hallows even', aller Heiligen Beginn, daraus wurde das düstere Allerheiligen. Wurde einstmals Halloween orgiastisch gefeiert, verkam es zu einem Totentanz, der den Tod als Schreckgespenst und nicht als natürlichen Bestandteil des Lebenszyklus versteht.

Yule (21. Dezember)

Das eigentliche Weihnachten (Wintersonnenwende) feiert die Rückkehr des Lichtes und die Unsterblichkeit der Seele, welches der Tannenbaum symbolisiert. So ist Weihnachten nichts anderes als das Fest der Wiedergeburt des Lichtes. Heute allerdings in Gestalt des Jesuskindes, das ja als Erwachsener behaupten wird: 'Ich bin das Licht'. In Schweden ist das Luciafest (13. Dezember) bis heute erhalten. Die sogenannten Luciabräute sind jedoch keine Jungfrauen, die verheiratet werden sollen, sondern die Verkörperung der Göttin des Lichtes.
Der Termin des Heiligen Abends am 24.12. ist dem römisch-kleinasiatischen Mithras-Kult entliehen. Der Soldaten-Gott Mithras soll dem Mythos zufolge an diesem Tag geboren sein. Von wem? Das verraten uns die Patriarchen nicht, sie behaupten: Aus einem Fels!Dass sich unser Kalender auf Christi Geburt bezieht, gleichzeitig aber der 24.12. nicht logischerweise der Jahresanfang ist, hat mich schon immer irritiert. Kein Mensch weiss oder kann beweisen, wann Jesus wirklich geboren wunde. Wissentschaftler wollen herausgefunden haben, dass er irgendwann im Mai geboren wurde. Völlig verfehlt finde ich es, wenn ein ruhiges, besinnliches Weihnachtsfest herbeigewünscht wird.
Es handelt sich schließlich um ein Freudenfest! Eine ausgelassene Feier sollte es sein!

 

Heute, die altheidnischen Glaubensvorstellen eine neue Blütezeit. Da es aber kaum möglich ist, die alten Religionen exakt zu rekonstruieren, muss vieles neu gefunden werden. So vermischen sich Elemente keltischer, germanischer, griechischer und indianischer Kulte zum sogenannten "Neuheidentum" oder auch Paganismus. Der Wunsch, uraltes Wissen neu zu entdecken und in den Kräften der Natur wieder mehr zu sehen als nur ihre naturwissenschaftliche Dimension, ist in vielen Menschen tief verwurzelt.
Pagan ist das englische Wort für heidnisch. Mit der Wahl dieses Begriffes versucht man darauf hinzuweisen, dass die ersten Schritte, den alten Weg wieder aufleben zu lassen in den angelsächsischen Ländern stattfand. Andererseits versucht man zu verhindern fälschlicherweise mit den Atheisten in einen Topf geworfen zu werden, denn nicht wenige glauben, dass Heide gleichbedeutend mit Ungläubiger sei.

Der Begriff Paganismus ist ein Oberbegriff für verschiedene Einzelreligionen. So finden sich darin die Wicca (Hexenglauben), Asatru (nordische Überlieferung), altgriechische Tradition, indianische Tradition, Schamanismus, usw. Auch Mischungen kommen vor.Genau genommen vertritt jeder Paganist für sich eine Religion. Allen gemein ist die Verehrung der Natur und der Glaube Beseeltheit des Universums, also nebst dem Menschen auch alle Tiere, Pflanzen, Steine und Elemente. Diese Seele ist unsterblich und tritt nach dem Tod in die Anderswelt ein, wo sie entweder weiter durch die Dimensionen streift oder in den Kreislauf der Wiedergeburt eintritt. Darüber hinaus spielt der Glaube an mehrere Götter eine große Rolle. Allerdings steht in vielen Traditionen über diesen Göttern EINE Schöpfergottheit: zB. die große Mutter der Kelten und Germanen oder der große Geist der Indianer.

Der echte Paganismus kennt keine Gurus oder Halbgötter. Die große Mutter ist die Mutter der ganzen Erde und aller Wesen. Der Weg des Paganismus ist daher ein sehr individueller. Es gibt kein Gesetzbuch und keinen Moralkodex, nachdem sich die Gläubigen richten müssen. Da es weder »Hirten« noch »Schäfchen« gibt, ist der Paganismus für Menschen die den Halt einer höherstehenden Institution brauchen sicher keine geeignete Religion.Dies verbietet jegliche »Missionierung«. Toleranz gegenüber Andersdenkenden ist einen Tugend die sehr hoch gehandelt wird.


Ein Gesetz gilt jedoch, den Hex und Heid verpflichtet sind:

Mit sieben Worten du die Hexenregel erfüllst:
Wenn´s niemandem schadet – tu was du willst!


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